Zittern an den Börsen: Was sollten Anleger jetzt beachten?

von Josef Obergantschnig

In der Kleinen Zeitung ordnet Dr. Josef Obergantschnig den Kurssturz bei KI- und Chipwerten ein. Ob gerade eine Blase platzt, erkennt man meistens erst im Rückspiegel. Sicher ist für ihn: Die Erwartungen an die KI-Gewinne waren sehr hoch, und hohe Erwartungen sind ein dünnes Polster, wenn Zweifel aufkommen.

Hinter der Nervosität sieht er drei Dinge: die Sorge vor strengeren Regeln für KI und Rechenzentren nach der US-Wahl, enttäuschende Ausblicke einzelner Chiphersteller und viel geliehenes Geld im Markt, das bei fallenden Kursen verkauft werden muss. Ganz abkoppeln kann sich auch Europa nicht, auch wenn die Börse hier breiter aufgestellt ist.

Sein Rat an Anlegerinnen und Anleger: Ruhe bewahren und nicht aus dem Bauch heraus verkaufen. Wer eine Strategie hat, die zu seinem Leben passt, muss jetzt nichts tun. Und wer einen Welt-ETF besitzt, hat oft mehr KI im Depot, als ihm bewusst ist. Breit streuen heißt deshalb auch: hinschauen, was drin ist.

Erschienen in: Kleine Zeitung, Wirtschaft & Geld, Interview, 07.11.2026 · zum Artikel

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