Erst das Fundament, dann das Haus
von Josef Obergantschnig
Wenn ein Portfolio ins Wanken gerät, sucht man den Fehler meistens beim Produkt. Der falsche Fonds, die falsche Aktie, der falsche Zeitpunkt. In meiner Erfahrung liegt die Ursache fast immer tiefer. Es fehlt das Fundament: ein klares Ziel, wofür das Geld überhaupt da ist.
Genau dort setze ich im Consulting an. Ich arbeite für Kammern, Versicherungen, Vorsorgeeinrichtungen und Stiftungen, also für alle, die anvertrautes Geld verantworten. Wir bauen von unten nach oben. Zuerst das Fundament: Wofür ist das Geld da, welche Verpflichtungen muss es tragen, wie viel Schwankung verträgt das Haus. Dann die tragenden Wände: die Strategie, die Anlagerichtlinie, ein Krisenplan, bevor die Krise kommt. Und erst dann die Umsetzung.
Was mich daran so begeistert? Über 20 Jahre lang habe ich selbst Portfolios gemanagt, zuerst als Fondsmanager, dann als CIO. Ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn die Märkte drehen und das Gremium Antworten will. Heute stehe ich auf der anderen Seite, unabhängig von Produktanbietern. Ich verkaufe keine Finanzprodukte. Mein Job ist, dass das Haus im Sturm stehen bleibt.
Und es ist jedes Mal ein besonderer Moment, wenn in einer Sitzung alle verstehen, warum das Portfolio so gebaut ist, wie es gebaut ist. Dann ist aus einer Liste von Produkten eine Strategie geworden.
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